Philosophische Frühromantik

Die Schlegels. Eine europäis­che Gelehrten­fam­i­lie aus Sach­sen, 1600 – 1800

Schlegel‹ war in der Frühen Neuzeit ein sehr ver­bre­it­eter Name. Obwohl nicht jed­er ein Adeliger war, gab es im All­ge­meinen zwei große Clans von adeliger Herkun­ft, die dem Anschein nach jedoch keine direk­te geneal­o­gis­che Verbindung besaßen. Diese waren die Fam­i­lie von Cas­par von Schlegel (zweite Hälfte des 15. Jahrhun­derts), die ein Pferd in ihrem Wap­pen trug, und die von Ernst von Schlegel (zweite Hälfte des 16. Jahrhun­derts). Ernst war Berg­bauin­ge­nieur in Sach­sen, weshalb das Wap­pen sein­er Nachkom­men einen Mann mit einem Schlegel zeigt.

In mein­er Studie zur Fam­i­liengeschichte möchte ich diesem Mann mit dem Ham­mer von der Spätre­for­ma­tion bis zur Roman­tik fol­gen, indem ich frage, welche gelehrten Leis­tun­gen die ver­schiede­nen Schlegels aufzuweisen hat­ten, welche poet­is­chen und the­ol­o­gis­chen Vorstel­lun­gen die Fam­i­lie von Gen­er­a­tion zu Gen­er­a­tion weit­er­gab und wie die jün­gere Gen­er­a­tion dieses Erbe mod­i­fiziert und verän­dert hat. Sog­ar die roman­tis­che Dis­si­denz aus der lutherischen Tra­di­tion, ihre Idee ein­er ästhetisch und philosophisch begrün­de­ten ›neuen Reli­gion‹ kann in diesem Zusam­men­hang neu bew­ertet wer­den. Und es soll deut­lich­er wer­den, dass die Schlegels eine her­aus­ra­gende Fam­i­lie der Frühen Neuzeit darstellen – wie die Bachs oder die Mendelssohns.


Pub­lika­tio­nen zum The­ma

Friedrich Schlegels philosophis­che Lehr­jahre. Unter­suchun­gen zu den Tra­di­tions­bezü­gen und Inno­va­tio­nen der Frühro­man­tik (Berlin : de Gruyter) (510 S., 10 Ill.). (erscheint Okto­ber 2019)

[Rez.] Der leben­sphilosophis­che Frühro­man­tik­er. Zur Rekon­struk­tion der frühro­man­tis­chen Ethik Friedrich Schlegels, von Andreas Hjort Møller, Arbi­tri­um. Zeitschrift für Rezen­sio­nen zur ger­man­is­tis­chen Lit­er­atur­wis­senschaft 35.3 (2017), S. 374 – 376.

»Friedrich Schlegels Kant-Rezep­tion während sein­er Wiener Zeit«, Umwege. Annäherun­gen an Immanuel Kant in Wien, in Öster­re­ich und in Osteu­ropa, hg. von Vio­let­ta Waibel (Göt­tin­gen : Vien­na Uni­ver­si­ty Press/V&R uni­press, 2015), 427 – 431.

»The Prob­lem of Antin­o­my and its Prac­ti­cal Dimen­sion in Ear­ly Roman­tic Dialec­tic,« Dialec­tic and Para­dox. Con­fig­u­ra­tions of the Third in Moder­ni­ty, hg. von Ian Coop­er und Bernard Malk­mus (Oxford et al.: Lang, 2013), 127 – 139.

[Rez.] Ironiev­erzicht. Friedrich Schlegels the­o­retis­che Konzepte zwis­chen ›Athenäum‹ und ›Philoso­phie des Lebens‹, von Matthias Schön­ing, Arbi­tri­um. Zeitschrift für Rezen­sio­nen zur ger­man­is­tis­chen Lit­er­atur­wis­senschaft 23.3 (2005), 310f. 

[Rez.] Das Wun­der­jahr in Jena. Geist und Gesellschaft 1794/95, von Theodore Ziolkows­ki, Athenäum. Jahrbuch für Roman­tik 9 (2000), 293 – 297.

»›Klas­sisch leben‹. Friedrich Schlegels Geschichte der Poe­sie der Griechen und Römer (1798) im Kon­text von klas­sis­ch­er Alter­tum­swis­senschaft und kri­tis­ch­er Philoso­phiehis­to­rie,« Kun­st und Wis­senschaft um 1800, hg. von Thomas Lange und Har­ald Neumey­er (Würzburg : Königshausen Neu­mann, 2000), 179 – 198.

»August Lud­wig Hülsens erster Beitrag zur philosophis­chen Frühro­man­tik,« Athenäum. Jahrbuch für Roman­tik, hg. von Ernst Behler, Man­fred Frank, Jochen Hörisch und Gün­ter Oester­le (Pader­born, München, Wien, Zürich : Schön­ingh 1998), Bd. 8, 111 – 135.

»Friedrich Schlegel über Wech­sel­er­weis und Ironie (Teil 2), Anhang : Friedrich Schlegels Schriften und Stu­di­en der Jahre 1796/97 (Auswahl),« Athenäum. Jahrbuch für Roman­tik, Bd. 7 (1997), 9 – 34.

»Friedrich Schlegel über Wech­sel­er­weis und Ironie (Teil 1),« Athenäum. Jahrbuch für Roman­tik, Bd. 6, 1996, 47 – 90.